Amnestie der Freiheitskämpfer: „Landtag soll sich ein Herz fassen“

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Der Südtiroler Heimatbund begrüßt die neuerliche Initiative der Süd-Tiroler Freiheit für die Amnestie der noch lebenden Süd-Tiroler Freiheitskämpfer. Sie sowie andere, die bereits verstorben sind, wurden seinerzeit in Abwesenheit vom italienischen Gericht zu sehr hohen bzw. lebenslangen Haftstrafen wegen angeblich mehrfachen Mordes verurteilt.

Konkret ging es dabei um mehrere Vorfälle: 1. Im Jahr 1964 kam in Mühlwald ein Carabiniere durch einen Schuss zu Tode. 2. Im Jahr 1966 kam auf dem Pfitscher-Joch-Haus ein italienischer Finanzbeamter durch eine Explosion ums Leben. 3. Im Jahr 1967 starben auf der Porzescharte (auf der Grenze zwischen Osttirol und der Provinz Belluno) durch Minenexplosionen vier italienische Soldaten.

Der Obmann des Südtiroler Heimatbundes, Roland Lang, schreibt: „Der Staat Italien will bis heute an der Behauptung festhalten, dass für den Mord an dem Carabiniere in Mühlwald und für den Vorfall auf dem Pfitscher-Joch-Haus die vier ‚Pusterer Buibm‘ sowie für den Vorfall auf der Porzescharte weitere Freiheitskämpfer, u.a. Dr. Erhard Hartung, verantwortlich waren. Doch sind diese Thesen längst widerlegt, und eine Rehabilitation der Beschuldigten ist um so dringlicher!“ Sollte Italien das Problem aussitzen wollen, bis es sich biologisch löst, wäre dies laut Lang sehr beschämend für die italienische Demokratie. Zu den drei noch lebenden Freiheitskämpfern gehören neben Dr. Erhard Hartung (Jahrgang 1943) noch Siegfried Steger (Jahrgang 1939) und Sepp Forer (1940), das sind zwei von den vier „Pusterer Buibm“, von denen zwei somit bereits verstorben sind. Alte Menschen, die sicher niemand bedrohen!

Roland Langs Appell: „Diese drei Menschen haben sich keinen Mord zu Schulden kommen lassen! Ihnen gebührt Dank und Anerkennung für ihren selbstlosen Einsatz für die Heimat! Daher appelliere ich eindringlich an die Südtiroler Landtagsabgeordneten, sich ein Herz zu fassen und sich für die historische Wahrheit sowie die Gerechtigkeit für diese Menschen einzusetzen.“

Diesen Appell richtet der Heimatbundobmann ausdrücklich auch an die italienischen Volksvertreter und insbesondere an den Landesrat und Landeshauptmann-Stellvertreter Marco Galateo. Am 20. Februar habe dieser nämlich am Bergisel Andreas Hofer mit folgenden Worten öffentlich gewürdigt: „Andreas Hofer hat seinerzeit sein Land mutig gegen den damaligen Fremden, Napoleon mit seinen Truppen, verteidigt.“ Außerdem habe Galateo erklärt, dass er hier sei, „um auch bei dieser Feier des Todes von Andreas Hofer zu gedenken, denn der Wunsch, das eigene Land zu verteidigen, überwiegt sicherlich jedes andere Gefühl.“ Von Andreas Hofer spannt Lang den Bogen herauf zu den Freiheitskämpfern: „Andreas Hofer hat seine Heimat verteidigt. Nichts anderes taten in den 1960er Jahren die Freiheitskämpfer, als die Identität Südtirols in Gefahr war. Ob selbst die Vertreter von ‚Fratelli d’Italia dies nunmehr auch so sehen und entsprechend handeln werden, wird sich zeigen.“

Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes

Bild: Freiheitskämpfer auf dem „Plumeshof“. Von links nach rechts: Kurt Welser, Sepp Forer („Pusterer Bua“), dahinter Tochter Katharina Welser, Schwester Gertrud Welser mit Welsers Tochter Verena, Siegfried Steger („Pusterer Bua“), Mutter Hedwig Welser, Heinrich Oberlechner („Pusterer Bua“), dahinter Ehefrau Elisabeth Welser mit ihrer Tochter Cordula. (Bild aus dem Familienbesitz von Verena Welser)

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