Bozen: Dachschaden am Lügentempel

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Für die neuerliche Sanierung des sogenannten Siegesdenkmal in Bozen, an dem sich vergangenen Samstag ein Teil der Marmorverkleidung am Dach löste, sind bereits mehr als 730.000 Euro bereitgestellt. Vor 5 Jahren renoviert, ist der Lügentempel schon wieder baufällig und eine Gefahr für die Umgebung. Während aus Kostengründen in Rom unweit des Kolosseums ein zweites Pompeji nicht ausgegraben werden kann, ist für ein faschistisches Relikt immer sofort Geld vorhanden, kritisiert SHB Obmann Roland Lang.

Mit einem lauten Aufprall zerbarst am vergangenen Samstag eine Marmorplatte von einem Meter länge auf den Stufen des Siegesdenkmals. Sie hatte sich von dem mit Marmor verkleideten Dach auf der Vorderseite des Bauwerkes gelöst. Da das Gelände abgesperrt war, kamen zum Glück keine Personen zu Schaden. Teile des Marmors fielen sogar bis vor die Umzäunung und wurden von Passanten als Mussolini- Souvenir mitgenommen.

Es ist kein Geheimnis, dass die vor etwa 5 Jahren mit der Renovierung beauftragte italienische Baufirma während der Arbeiten in finanzielle Schwierigkeiten geriet und die Arbeiten deshalb nicht fachgerecht ausgeführt wurden. Dies bestätigte sich auch durch die nachfolgenden Wassereinsickerungen in das Kellermuseum.

Bereits wenige Stunden nach dem Vorfall meldete sich das staatliche Denkmalamt in Verona und bestätigte, noch bevor Techniker in einen Lokalaugenschein das weitere Vorgehen und den Schaden abschätzen werden, dass 735.000 Euro zur Sanierung bereitstehen. So schnell und sogar über das Wochendende arbeiten italienische Einrichtungen in Italien, wenn es um faschistische Relikte geht.

Unweit des Kolosseums in Rom, unter dem Colle Oppio, liegt laut Archäologen ein zweites Pompeij vergraben. Es handelt sich um das Areal mit den Thermen des römischen Kaisers Titus (39-81 n. Chr.).   Das Areal unter dem Park sei wegen der großen Anzahl archäologischer Rest mit Pompeji vergleichbar. “Es könnte ein ganzes römisches Stadtviertel aus der Zeit des Kaisers Titus ausgegraben, restauriert und verwertet werden”, kommentierte der Ex-Chef von Roms Denkmalschutzes Eugenio Ferrara.

Doch hier fehlt das Geld, obwohl diese Ausgrabungen von europäischem Interesse wären. Anscheinend ist das Ventennio des Faschismus in Italien wichtiger als ein zweites Pompeij, so Roland Lang abschließend in seiner Aussendung.

Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

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