Diskussion über Straßennamen:

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SHB klarerweise für mehr Frauennamen

Der Südtiroler Heimatbund (SHB) teilt die anlässlich des Internationalen Frauentages gemachte Feststellung, dass es besonders in Bozen nur wenige weibliche Straßennamen gebe. 

Laut de3 vom Heimatbund in der Landeshauptstadt Bozen durchgeführten Prüfung der 246 nach einer Person benannten Straßen ergab, dass 92,3 Prozent der Straßen nach Männern benannt sind. Nur 19 Straßenschilder erinnern an Frauen.

Die meisten dieser ortsfremden männlichen „Helden“ kennt kaum jemand. Bei einem nicht unbeachtlichen Teil der Bozner Straßennamen handelt es sich um Straßenbezeichnungen, die noch aus der Zeit des Faschismus stammen, und den heutigen pluralistischen Wertvorstellungen in eklatanter Weise widersprechen.

Es ist beschämend, so Roland Lang, dass es in Bozen immer noch Straßen gibt, die an faschistische Größen, den schrecklichen Ersten Weltkrieg und den Kolonialismus oder die Eroberungsfeldzüge der Faschisten in Ost-und Nordafrika, Russland oder am Balkan verherrlichen

Pater Reginaldo Giuliani, Antonio Locatelli, Armando Diaz waren keine Helden, sondern Handlanger der Faschisten bzw. einer Diktatur.

Kriegsverbrecher, faschistische Kollaborateure oder andere zwielichtige Personen und Politiker dürfen der Namensgebung von Straßen, Brücken oder Bildungseinrichtungen nicht wert sein.

Straßennamen sollen die Erinnerung an verdiente, ortsgebundene Menschen, wichtige Orte oder Persönlichkeiten der Geschichte wachhalten. 

Es gibt genügend Südtiroler Frauen deren Verdienste längst geehrt gehören. So gab es in jeder Gemeinde in den schwarzen Jahren mutige Frauen und Mädchen, die als Katakomben-Lehrerinnen aktiv waren, zum Beispiel Hilde Nicolussi Castelan.

Gänzlich in die Vergessenheit geraten sind Südtiroler Frauenrechtlerinnen von internationalem Ruf, wie die 1902 in Vilpian niederglassene erste weibliche Stationschefin des Habsburgerreichs, später in Meran eingebürgerte Mizzi Horak oder die Meraner Schriftstellerin Margarethe Reiffenscheidt, die sich weltweit und bis zum Heiligen Stuhl in Rom vorwagte, um sich wehement gegen die Lostrennung Südtirols von Österreich einzusetzten.

Eine andere im Stadtviertel Quirein in Bozen geborene und aufgewachsene Frau war Maria Valentinotti, die im Sommer aus Liebe zu ihrem Mann nach Sappada/Pldon übersiedelt war. Dort wurde sie bei einer Dorfrazzia von stalinistisch-kommunistischen Partisanen am 26. Juli 1944 in Sappada/Plodn vergewaltigt und grausam hingerichtet – mit ihr die ebenfalls in Plodn eingeheiratete Münchnerin Maria Theresia Treich-Rosenwaldum.  

Maria Valentinotti war die Schwester des von den Schergen Hitlers am 24. Oktober 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichteten Südtiroler Widerstandskämpfers Stefan Valentinotti.

Die Geschichte dieser zwei Bozner Geschwister wurde vor drei Jahren vom Geschichtsforscher und Publizisten Günther Rauch im Buch „Lautlose Opfer“ ans Tageslicht gebracht.

Das waren nur einige Beispiele weiblicher Größen die in die Südtiroler Erinnerungskultur und im Straßen- und Plätze Verzeichnis aufgenommen gehören, so Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes abschließend.

Roland Lang

Obmann des Südtiroler Heimatbundes

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