Gedenkfeier am 8. Dezember in St. Pauls – Erinnerung an einen großen Tiroler und seine Mitstreiter

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Der 1913 in Frangart geborene Sepp Kerschbaumer erlebte die Versuche des Faschismus, die deutsche und ladinische Volksgruppe durch Unterwanderung, soziale und wirtschaftliche Diskriminierung, kulturelle Unterdrückung und letztendlich durch die geplante Aussiedlung im Rahmen der Option von 1939 auszulöschen.

Er musste nach 1945 erleben, dass das postfaschistische Italien diese Politik fortsetzte, die im Jahre 1961 sogar in dem Plan eines Ausbürgerungsgesetzes gipfelte, mit welchem missliebige Südtiroler staatenlos gemacht werden sollten.

Mit der „Feuernacht” des Jahres 1961 boten Sepp Kerschbaumer und seine Mitstreiter im „Befreiungsausschuß Südtirol” (BAS) dem Unrecht handelnden Staat die Stirn. Kerschbaumer und die meisten seiner Mitverschworenen wurden verhaftet und entsetzlich gefoltert. Zwei Häftlinge starben noch in der Untersuchungshaft.

Sepp Kerschbaumer starb nach seiner Verurteilung im Mailänder Südtirolprozess viel zu früh am 7. Dezember 1964 im Gefängnis von Verona den Herztod. Er hatte den gesundheitlichen Auswirkungen der Folter und den Belastungen der Haft nicht standhalten können.

Im Mailänder Prozess war der Mann aus Frangart noch einmal über sich hinausgewachsen und hatte die römische Politik auf die Anklagebank gesetzt. Seine ehrliche und tapfere Verantwortung vor Gericht hatte die Öffentlichkeit nicht nur im eigenen Lande und in Österreich und Deutschland bewegt, sondern hatte auch einen tiefen Eindruck auf die italienischen Medienvertreter gemacht. Auch in Italien begann man nun teilweise umzudenken.

Die Gedenkfeier am 8. Dezember in St. Pauls/Eppan mit Beginn um 10 Uhr erinnert an einen opfervollen Tiroler Freiheitskampf, der vor mehr als 50 Jahren begonnen hatte und der die deutsche und ladinische Volksgruppe in Südtirol vor der endgültigen Majorisierung gerettet hat.

Rom war gezwungen gewesen, eine politische Verhandlungslösung mit einer Autonomie anzubieten.

Dieser oft verschwiegene teit unserer Geschichte kann in der Ausstellung „BAS- Opfer für die Freiheit“ in Bozen, Laubengasse 9, anhand von Exponaten und Originaldokumenten nachverfolgt werden.

(Eintritt frei, Öffnungszeiten Dienstag bis Samstag jeweils von 10- 12 Uhr und von 15- 17 Uhr)

Die Gedenkfeier, aber. auch die Ausstellung erinnern aber auch an das endgültige Ziel, welches Sepp Kerschbaumer und seine Mitkämpfer über alle politischen Zwischenlösungen hinweg immer im Auge hatte:

Die Freiheit Tirols!

Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

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