Gedenkfeiern für Andreas Hofer

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Freiheitskämpfer wird oft nicht mehr genannt

Es ist unverständlich, dass bei vielen Gedenkfeiern für Andreas Hofer und seine Mitstreiter der Sandwirt nicht mehr genannt wird. So wurde in Gries bei der am 23.02.2019 stattgefundenen Feier vom Pfarrer weder bei Beginn der Messe noch bei der Kranzniederlegung Andreas Hofer erwähnt, bedauert Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes.

Gedenkfeiern für die Gefallenen aller Kriege werden bereits zahlreich am Allerseelentag bzw. Allerheiligen abgehalten. Der 20. Februar aber ist der Todestag der beiden Freiheitskämpfer Andreas Hofer und Peter Mayr. Der gebürtige Oberbozner und spätere Wirt an der Mahr  wurde nur einige Hundert Meter von der Grieser Stiftskirche entfernt am 20. Februar 1810, am Todestag von Andreas Hofer, bei der alten Grieser Holztrift etwas nördlich der heutigen Talferbrücke vollstreckt.

So hat bei der gestrigen, von der Grieser Schützenkompanie „Mjr. Josef Eisenstecken“ Gries im Internet als „Andreas Hofer/ Gedenkfeier 2019 in Gries“ angekündigten Veranstaltung bei der Messfeier es Pfarrer Dr. Ulrich Kössler nicht für notwendig befunden, auch nur einmal Hofer bzw. die Tiroler Freiheitskämpfer von 1809 zu erwähnen.

Auch bei der anschließenden Kranzniederlegung sprach der Grieser Pfarrer ganz allgemein von den Gefallenen aller Kriege, die Kämpfer von 1809, von denen einige nicht gefallen, sondern nach politischen Schauprozessen erschossen wurden, erwähnte er nicht.

Für viele Geistliche in anderen Gemeinden ist es selbstverständlich, Hofer zu erwähnen. Ist es doch allgemein üblich, den Verstorbenen, dem eine Messe gelesen wird, namentlich zu erwähnen. Dafür sei Ihnen gedankt.

Am 20. Februar war Roland Lang bei der Hofer- Gedenkfeier in Margreid dabei. Hochwürden Florian Argreiter zelebrierte die Heilige Messe und erinnerte in seiner Predigt an Andreas Hofer, der sich für seine Heimat eingesetzt hatte. Er gedachte aber auch allen anderen Menschen, die für unsere Heimat Opfer brachten bis hin zum Verlust ihres Lebens.

Der 20. Februar ist in Tirol von Kufstein bis Ala der Gedenktag für Andreas Hofer und seine Mitstreiter. Der SHB fordert deshalb die hohe Geistlichkeit, aber auch die Organisatoren Schützen, SVP und die Vereine auf, diesem Umstand Rechnung zu tragen.

„Lieber Andreas Hofer“ schrieb Albino Luciani, der spätere Papst Johannes Paul I., im Jahre 1974 an den Mann vom Land Tirol:

„ … Zur Zeit Eures Aufstandes schlugen sich viele Bischöfe aus Angst oder Eigennutz auf die Seite des übermächtigen Napoleon. Ihr aus Tirol hingegen habt Napoleon und seinen Freunden Widerstand geleistet. Ihr habt Euch auf die Seite des Papstes
Pius VII. gestellt, der gerade im Jahr 1809 Napoleon exkommuniziert hatte, von den Franzosen verhaftet und ins Exil nach Savona gebracht wurde.

So muss man handeln, um den vielen Streitereien, die wir leid
sind und die Ärgernisse geben, ein Ende zu setzen.  So kann man die Einheit der Geister wiederherstellen, die Einheit der Kirche und des Landes. „Für Gott und Vaterland“, wie es auf dem Bergisel geschrieben steht.“

Wen der spätere Papst mit den vielen Bischöfen heute meinen würde, diese Frage möge sich jeder sich selber beantworten.

Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

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