Gruber-Degasperi-Abkommen

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{mosimage}Mit Unverständnis muss der Südtiroler Heimatbund zur Kenntnis nehmen, dass der Südtiroler Landtag des Gruber-Degasperieabkommens nicht nur gedenken, – sondern es auch noch feiern will.

Dieser Vertrag, den Bruno Kreisky folgendermaßen im österreichischen Nationalrat (Stenographisches Protokoll der 4.Sitzung des Nationalrates der Republik Österreich vom 22.April 1966, Seite 84): „Meine Damen und Herren, wissen Sie, wie das berühmte Pariser Abkommen ausschaut? Da haben Sie es (der Redner hält ein aus zwei Blättern bestehendes Schriftstück in die Höhe). Das ist alles! Auf diesen eineinhalb Seiten haben Degasperi und Dr. Karl Gruber das Problem der Südtiroler Minderheit zu lösen geglaubt. DAß wir bis heute nicht weitergekommen sind, als wir es in mühsamer Arbeit erreichen konnten, ist darauf zurückzuführen, dass wir diese furchtbare Hypothek auf und lasten haben".

Und der „große Europäer" Alcide Degasperi hat am 9.November 1952 in Trient festgestellt: Das Alto Adige wäre verloren gewesen, wenn nicht jener (Degasperi) den Represäntanten Österreichs, Gruber, gezwungen hätte, es (für Italien) zu bewahren und an Italien abzutreten".

Um es ganz einfach zu sagen: Der Pariser Vertrag war das Verhütungsmittel der Selbstbestimmung!

Gegenüber den Ladinern stellt der Pariser Vertrag einen Skandal dar, da man sie absichtlich (Degasperi) nicht genannt hat, um sie leichter auf drei Provinzen aufzuteilen.

Aus diesen Gründen fordert der Südtiroler Heimatbund die Südtiroler Politiker auf, den Feiern im Südtiroler Landtag zum Pariser Vertrag demonstrativ fernzubleiben und sich nicht als Staffage für italienische Glanzdiplomatiekunst und der Verweigerung des Menschenrechtes Selbstbestimmung missbrauchen zu lassen.

Für den Südtiroler Heimatbund
Bundesobmannstellvertreter
Roland Lang

Terlan, den 04.09.2006

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Karl Gruber und Alice Degasperi. Dieses Foto wurde einige Jahr nach dem Abschluss des Pariser Vertrages gemacht, wird jedoch vielfach in diesem Zusammenhang verwendet.

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