Heimatbund- Kaiserjägerdenkmal des Ostens: SHB- Obmann trifft sich mit Schwarzem Kreuz Tirol

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treffen_mit_hermann_htter_11.9.2011.jpgZu einem Informationsaustausch traf sich unlängst der Obmann des Südtiroler Heimatbundes, Roland Lang, mit dem Landesgeschäftsführer des Österreichischen schwarzen  Kreuzes Tirol Hermann Hotter und mit Ernest Murrer. Murrer ist Autor des Buches „Hujcze 1914/1918“, in dem die Geschichte des Kaiserjägerdenkmals des Ostens dokumentiert wird, das zeitgleich mit dem Kaiserjägerdenkmal in Bozen projektiert und gebaut wurde. Das „Kaiserjägerdenkmal des Ostens“ gehört heute zu  den ukrainischen Nationaldenkmälern, jenes von Bozen wurde von den Faschisten 1927 gesprengt, um dem „Siegesdenkmal“ Platz zu machen.


Beide Denkmäler, das Kaiserjägerdenkmal in Bozen sowie jenes in Hujcze, stellte Ernest Murrer bei seinen Nachforschungen fest, wurde vom selben Architekten, dem sudetendeutschen Kaiserjäger- Oberleutnant Karl Ernstberger, einem Schüler von Otto Wagner, geplant. Im April 1917 wurden gleichzeitig in Bozen und in Hujcze mit dem Bau der würdevollen Kaiserjäger- Denkmäler begonnen. Das Denkmal in der Ukraine wurde vollendet, es überlebte die Revolutionskämpfe und den kommunistischen Sturm, wurde im zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht erobert und von der Roten Armee zurückerobert. In Vergessenheit geraten, wurde es 1993 wiederentdeckt, restauriert und wird von den Schülern des Gymnasiums Zhovkva mit dem dazugehörigen Soldatenfriedhof vorbildhaft gepflegt. Die Verantwortung für das Denkmal trägt, so Landesgeschäftsführer Hermann Hotter, das Österreichische Schwarze Kreuz- Tirol mit Sitz in Innsbruck. Unlängst wurde es auch in die Liste der Staatsdenkmäler der Ukraine aufgenommen. Auf dem Denkmal sind der Tiroler Adler, das Wappen der Gemeinde Bozen, jenes von Innsbruck u. a. sowie der Kaiseradler abgebildet.
 
In Bozen mussten die Bauarbeiten beim Einmarsch der Italiener eingestellt werden, stellt dazu Roland Lang fest. Seine Nachforschungen ergaben, dass sofort alle Baupläne beschlagnahmt wurden und als „Kriegsbeute“ in das Kriegsmuseum von Rovereto kamen. Eine Nachfrage dort bestätigte dem Heimatbundobmann seine Informationen, die Pläne können dort nach Voranmeldung eingesehen werden. Auch ein Modell des Kaiserjägerdenkmals wurde von den Italienern  „erbeutet“ und befindet sich im Museum.
1927 bat der ehemalige Kommandant des Kaiserjäger, Ludwig Tschan, das halbfertige Denkmal nicht zu zerstören. Nachdem einige mutige Bozner die Reliefblöcke nach Innsbruck gerettet haben, wurde es von den Faschisten aber am 9. Juni 1927 gesprengt.
 
Während in der Ukraine ein Kaiserjägerdenkmal an die tapferen Söhne Tirols erinnert, musste es in Bozen dem faschistischen Siegesdenkmal weichen. Heute noch verschweigt die Gemeinde Bozen, dass in einem Akt der Barbarei die Faschisten ein Gefallenendenkmal sprengten, um die Lüge eines Sieges zu versteinern, den es nie gegeben hat. Denn das Kaiserjägerdenkmal ist auf den mickrigen Erklärungstafeln der Landeshauptstadt keiner Erwähnung wert.
 

Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

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