Karl Außerer verstorben – Erinnerung an ein tragisches Schicksal

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Am 1. Dezember 2021 wurde der aus St. Felix am Nonsberg stammende ehemalige Südtiroler Freiheitskämpfer Karl Außerer auf dem Friedhof von St. Nikolaus in Innsbruck zu Grabe getragen. Der im Jahre 1962 nach Österreich Geflüchtete war ein Kampfgefährte von Georg Klotz gewesen und war in Mailand in Abwesenheit zu 24 Jahren Haft verurteilt worden.

Im Jahr 1965 wurde Karl Außerer zusammen mit seinen Mitstreitern Alois Larch und Adolf Obexer in Österreich festgenommen und Monate lang ohne Anklageerhebung in Haft gehalten. 1967 kam es dann zu einer Verurteilung zu mehreren Monaten Haft, die durch die Untersuchungshaft bereits verbüßt waren. Die Angeklagten hatten sich offen zum aktiven Widerstand gegen die italienische Unterdrückung Südtirols bekannt. Nach dem Urteil sangen die Zuhörer des Prozesses demonstrativ das Andreas-Hofer-Lied.

Damals stand die österreichische Bundesregierung unter italienischer Erpressung. Italien machte den Beitritt Österreichs zum Wirtschaftsraum EWG abhängig von der Bereitschaft, den Wünschen Roms bei der Verfolgung Südtiroler Freiheitskämpfer zu entsprechen. Der österreichische Bundeskanzler Dr. Josef Klaus war mehr als willfährig und pries dazu noch in lauten Tönen die innige Freundschaft mit Italien.

Als auf Anraten des Tiroler Landeshauptmannes Eduard Wallnöfer Ende der 1960er Jahre nach Erreichung der „Paket“-Lösung für eine bessere Autonomie der Freiheitskampf eingestellt wurde, ließ sich Karl Außerer in Innsbruck als Tischer nieder.

Wie von namhaften Historikern dokumentiert ist, verübten dann in den 1980er Jahren von dem italienischen Geheimdienst gesteuerte Kriminelle unter dem Titel „Ein Tirol“ provokatorische Anschläge in Südtirol. Ihr Bestreben war es, damit ehemalige Freiheitskämpfer zu diskreditieren und die Forderung nach Aufhebung der Landesteilung als kriminelles Delikt abzustempeln.

Bei Karl Außerer war ihnen das gelungen, indem sie ihn bei polizeilichen Verhören in Österreich als „Mitverschwörer“ belastet hatten. Dies hatte 1988 zu einer neuerlichen Verurteilung in Österreich und zu seiner Isolierung gegenüber anderen ehemaligen Freiheitskämpfern geführt. Darunter hat er stets sehr gelitten.

Der Südtiroler Heimatbund hat einen Kranz an seinem Grab niederlegen lassen, um auch seines tragischen Schicksals zu gedenken.

Roland Lang

Obmann des Südtiroler Heimatbundes

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