LANDSLEUTE! – Die Stunde der Bewährung ist da

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40 Jahre lang hat Südtirol alle Leiden erduldet und immer wieder auf die Einsicht Italiens, auf die Hilfe der Mächtigen und auf Gerechtigkeit gehofft. Obwohl wir keine Italiener sind, waren wir 40 Jahre lang anständige Bürger des italienischen Staates. Vergeblich!

1919 und 1946 hat man uns das natürliche Recht auf Selbstbestimmung vorenthalten und dafür Versprechungen gemacht. 15 Jahre lang warten wir nun vergeblich auf die Einlösung dieser Versprechungen. Jeder vernünftige Mensch aber muss nach all den ergebnislosen Verhandlungen erkennen, dass die italienischen Regierungen uns nicht einmal eine bescheidene Autonomie gewähren wollen. Das "demokratische" Italien setzt in Südtirol die Methoden der faschistischen Gewaltherrscher fort und überbietet sie noch: willkürliche Verhaftungen, das Verbot der Schützen, Beschlagnahme von Privateigentum, wahllose Hausdurchsuchungen, Störung religiöser Bräuche. Täglich wächst die soziale Not: Zu Tausenden müssen junge Südtiroler auswandern, weil italienische Zuzügler die Volkswohnungen und die Arbeitsplätze zugeteilt bekommen. Obwohl sie oft nicht lesen und schreiben können, erklären die italienischen Arbeitsämter diese Zuwanderer zu Fachkräften. Unsere Söhne aber müssen mit Hungerlöhnen vorlieb nehmen.

1918 lebten 7000 Italiener in Südtirol, heute sind es 130.000! Wohin das Zögern und Verhandeln geführt hat, zeigen auch die letzten Bozner Gemeindewahlen. 1920: kein einziger Italiener im Gemeinderat! 1961: 31 Italiener und nur noch 9 Südtiroler! Und welche Parteien haben seit 1957 Stimmen gewonnen? Einzig und allein die Neufaschisten und die Kommunisten! Das ist das Ergebnis unserer Geduld! Rom beschließt eben jetzt ein Gesetz, das jedem Südtiroler nach Belieben die Staatsbürgerschaft entziehen kann. Dieses Gesetz öffnet der Willkür Tür und Tor: Mann kann uns wie Verbrecher aus der Heimat vertreiben. Aus dem Unrecht, das Hitler unserem Land zugefügt hat, versucht Rom sein Recht abzuleiten. Italien erniedrigt das alte Kulturland an Etsch und Eisack zu einer Kolonie. Hat man in Rom noch nicht gemerkt, dass wir im Zeitalter der Selbstbestimmung der Völker leben? Wir sind sicher, dass alle Gegner des Kolonialismus unsere Bundesgenossen sind.

WIR FORDERN FÜR SÜDTIROL DAS SELBSTBESTIMMUNGSRECHT,

Landsleute! Unser Vertrauen zum italienischen Staat ist zerstört. Er hat kein Versprechen und keinen Vertrag gehalten. Er missbraucht seine Kräfte dazu, das vom Faschismus begonnene Vernichtungswerk fortzusetzen und unsere Volksgruppe auszulöschen. In dieser Stunde erheben sich die treuesten Söhne unserer Heimat gegen die Gewalt und schreiten schweren Herzens – so wie anno 1809 – zur Tat. Nicht der Hass gegenüber Menschen einer anderen Sprache leitet uns: unsere Erhebung ist Notwehr gegen einen Staat, der uns unseres Volkstums wegen verfolgt und uns geistig und physisch vernichten will. Europa und die Welt werden unseren Notschrei hören und erkennen, dass der Freiheitskampf der Südtiroler ein Kampf für Europa ist und gegen die Tyrannei.

Landsleute! Unterstützt den Freiheitskampf! Es geht um unsere Heimat! Wir ziehen in den Kampf mit einem Wort unseres Kanonikus Gamper: "Ein Volk, das um nichts anderes kämpft, als um sein natürliches und verbrieftes Recht, wird den Herrgott zum Bundesgenossen haben!"

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