Medikamente: In Ligurien zweisprachig – In Süd-Tirol einsprachig

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In einem offenen Brief kritisiert Roland Lang, dass es in Ligurien Medikamente mit einem zweisprachigen Beipackzettel (Deutsch/Italienisch) zu kaufen gibt und hier in Süd-Tirol nicht. Hier der ganze Brief:

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann Dr. Arno Kompatscher!

Bereits seit Jahrzehnten setzen sich Parteien, Verbände und Bürger für zweisprachige Beipackzettel bei Medizinen ein. Letztendlich ohne Erfolg, da in den Südtiroler Apotheken bis heute keine Arzneimittel mit mehrsprachigen Beipackzetteln erhältlich sind.

So wie in vielen anderen Bereichen, Steuererklärungen, Brandhinweisen, Pflanzenschutzmitteln, ja sogar bei Lebensmitteln, wird bei Medikamenten nur die “Staatssprache” und damit nur die italienische Sprache verwendet.

Deshalb war mein Erstaunen groß, als ich in der San Antonio Apotheke in Deiva Marina in Ligurien am 14. September 2019 eine Salbe gegen Hautausschlag kaufte und auf der Packung, auf der Tube alle Angaben zweisprachig sowie im inneren der Schachtel einen Beipackzettel (!) mit deutscher und italienischer Gebrauchsanweisung vorfand!

Um etwaigen Antworten vorzubeugen: Die Salbe wird von Unifarco S.p.A., via Cal Longa 62, 32035 Santa Giustina Bellunese (BL) in Italien hergestellt. Sie ist ein Dispositivo Medico, zu deutsch ein Medizinprodukt.

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann, warum kann ich in der italienischen Region Ligurien ein Medizinprodukt kaufen, bei dem die notwendigen Informationen zur Verwendung auch in meiner Muttersprache vorhanden sind, in Südtirol mit seiner Vollautonomie aber nicht?

Sind wir Südtiroler, solange wir bei Italien sind, immer nur Bürger zweiter Klasse, die auf ihre Muttersprache in Krankenhäusern, im Finanzwesen (Steuererklärungen usw.), bei Lebensmitteln, und als Landwirt möchte ich besonders die Gebrauchsanweisungen bei Pflanzenschutzmitteln anprangern, und bei den Beipackzetteln verzichten müssen?

„Wie wäre es, wenn unsere italienischen Mitbürger, nachdem die Südtiroler 100 Jahre auf die deutsche Sprache in vielen Bereichen verzichten mussten, nun einmal kurze 10 Jahre auf ihre Muttersprache im täglichen Leben verzichten würden? (Ironie aus!)“

Mit freundlichen Grüßen

Roland Lang

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