Luis Amplatz (*28.8.1926 in Gries/ Bozen; † 7.9.1964 bei Saltaus/Passeier) war einer der aktivsten Südtiroler Freiheitskämpfer der 60er Jahre. Er war zusammen mit Sepp Kerschbaumer und Jörg Klotz Gründungsmitglied des BAS (Befreiungsausschuss Südtirol) und hat auch in der Feuernacht am 11./12. Juni 1961 Masten gesprengt, so Heimatbund-Obmannstellvertreter Meinrad Berger, der Amplatz persönlich gekannt hat.
Luis Amplatz, der 1959 auch Gründungsmitglied und Leutnant der Schützenkompanie „Major Josef Eisenstecken“ Gries war, wurde 1964 für seine Widerstandsaktionen auch noch nach der Feuernacht in Abwesenheit zu 25 Jahren verurteilt. Um der Verhaftung zu entkommen, flüchtete er nach Österreich, kehrte jedoch immer wieder heimlich mit Jörg Klotz nach Südtirol zurück.
Als sie am 7. September 1964 mit Christian Kerbler, der sich im Auftrag des italienischen Geheimdienstes eingeschleust hatte, auf einer Heuhütte auf den Brunner Mahdern in Passeier übernachteten, erschoss Kerbler Luis Amplatz im Schlaf. Jörg Klotz wurde angeschossen und konnte schwer verletzt flüchten.
Der Mörder Christian Kerbler wurde am 7. Mai 1969 von einem italienischen Geschworenengericht in Perugia wegen Mordes und Mordversuchs zu 20 Jahren Kerker verurteilt, aber bis heute nicht gefasst, obwohl er noch 1976 in London bei einem Ladendiebstahl verhaftet wurde.
Sehr spät, am 24. März 1976, hat Magnago auf der SVP-Landesversammlung in Meran das öffentliche Ansehen der Männer und Frauen des Südtiroler Widerstandes wieder hergestellt und erklärt:
„Viele von ihnen haben schwere und größte Opfer auf sich genommen im überzeugten Einsatz für unser Volk.“
Weiters hob Magnago in dieser Erklärung hervor, daß bis zu den Anschlägen Italien die Existenz einer Südtirolfrage immer in Abrede gestellt und nur ergebnislose Gespräche geführt habe.
„Die Einsetzung der Neunzehnerkommission (Anm.: Der Autonomiekommission, in welcher die Grundlagen der Autonomie erarbeitet wurden) ist sicher unter dem Eindruck des damals Geschehenen erfolgt.“
Über 20.000 Menschen kamen zum Begräbnis von Luis Amplatz auf dem Oberauer Friedhof in Bozen.
Auf seinem Grab steht sein Leitspruch: „Freund, der du die Sonne noch schaust, grüß mir die Heimat, die ich mehr als mein Leben geliebt!“, für die er sich sein ganzes Leben eingesetzt hat, so Berger.
Meinrad Berger
Obmannstellvertreter des Südtiroler Heimatbundes