Österreichische Post zeigt österreichischer Minderheit kalte Schulter

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In einem Brief an den österreichischen Bundeskanzler Werner Fayman und Außenminister Dr. Michael Spindelegger ersucht der Südtiroler Heimatbund (SHB), so Obmann Roland Lang, um Auskunft darüber, ob sich ein Postbeamter in Wien, der sich hinter dem Kürzel MS versteckt, die Entscheidung darüber anmaßen kann, eine politische Wertung der Frage der Doppelstaatsbürgerschaft zum Druck einer Briefmarke abzugeben und diese damit abzulehnen.  

Dass sich dieser Postbeamte in klarer Überschreitung seiner Befugnisse anmaßt, eine Petition, die von mehr als 22.000 Menschen unterschrieben wurde und im österreichischen Parlament behandelt wird, wörtlich als "Anschluss von Südtirol an Ö" zu bezeichnen, muss mehr als zu denken geben!
 
Da es sich bei der Doppelten Staatsbürgerschaft um ein Parteien- und Verbände übergreifendes Gesuch an das Vaterland Österreich handelt, ersucht der SHB den österreichischen Bundeskanzler, zu den Vorkommnissen bei der Post Stellung zu nehmen.
 
In Anlage die Entwürfe für die Briefmarke zur doppelten Staatsbürgerschaft sowie die italienischen Briefmarken zur Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft durch das italienische Parlament
 
Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

An
Herrn Bundeskanzler Werner Faymann 
sowie
Herrn Vizekanzler und Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Michael Spindelegger
An die Medien

Betr.: Briefmarke für doppelte Staatsbürgerschaft der Südtiroler-
Österreichische Post zeigt österreichischer Minderheit kalte Schulter
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Faymann!
Sehr geehrter Herr Vizekanzler und Bundesminister Dr. Spindelegger!
 
Der Südtiroler Heimatbund, dessen Obmann ich – Roland Lang – bin, ist schwer enttäuscht von der österreichischen Post. Vor einigen Tagen  hatte der Heimatbund bei der Post darum angesucht, personalisierte Briefmarken mit der österreichischen Fahne und dem Text „Für unser Südtirol- Die österreichische Staatsbürgerschaft“ zu drucken. Zuerst verlangte der Postbeamte MS (Name nicht bekannt) die Urheberrechte des Bildes, und als diese nachgereicht wurden, lehnte Herr MS den Druck mit der Aussage ab, da „ aufgrund der Thematik Ihrer Marken "Anschluss von Südtirol an Ö" es zu Beschwerde kommen könnte“.
Es ist für den Südtiroler Heimatbund nicht nachvollziehbar, wie ein Postbeamter, der sich nebenbei hinter dem Kürzel "MS" versteckt und nicht einmal seinen Namen nennt, beim gemeinsam getragenen Ansuchen  aller deutschen bzw. ladinischen Parteien und Bewegungen in Südtirol, die Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft mit der Bezeichnung eines  „Anschluss von Südtirol“ abtun kann,  wobei das Wort „Anschluss“  seit 1938 nazifaschistisch belastet ist.
Wir hoffen sehr, dass diese Wortwahl nicht in bewusst diffamierender Absicht gebraucht wurde. 
Die Antwort des SHB an den anonymen Postbeamten "MS" in Wien fiel trotz dieser brüskierenden Wortwahl höflich aus:
„Abgesehen davon, dass Sie das Wort "Anschluss", das aus der unseligen Nazizeit stammt, als Österreich überfallen wurde, scheinbar unbedacht gebrauchen, möchte ich darauf hinweisen, dass "doppelte Staatsbürgerschaft" noch lange keine Wiedervereinigung bedeutet. Zudem gibt es bereits 22 Staaten in Europa, in denen eine doppelte Staatsbürgerschaft möglich ist.“
 
Italien hat mit zwei Briefmarkenausgaben  die Einführung der Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft der Auslandsitaliener gefeiert. Welch Freude und Stolz für alle Italiener in der Welt, wenn ihr Vaterland auch mit Briefmarken die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft und damit das Wahlrechtes der Auslandsitaliener ehrend hervorhebt!
Da sich der anonyme Postbeamten "MS" in Wien bei seiner Ablehnung auf eine politische Wertung beruft, wenden wir uns an Sie als Politiker der Republik Österreich, das wir in unseren Herzen trotz solcher Brüskierungen immer noch als Vaterland empfinden.
Wir erwarten uns, dass Österreich uns Südtirolern gegenüber die gleiche positive Einstellung zum Ausdruck bringt, wie dies Italien gegenüber den im Ausland lebenden Italienern tut.
Wir bitten Sie daher, in ihrer Eigenschaft als führende und bestimmende Politiker der Republik Österreich die negative Entscheidung des anonymen Postbeamten "MS" in Wien zu überprüfen und durch eine politische Weisung in eine positive Entscheidung umzuwandeln.
Unser Anliegen mag zunächst als Lappalie erscheinen, ist dies aber nicht.
Es geht darum, die Gefühle einer Volksgruppe zu respektieren, die mehr als 1300 Jahre mit Tirol und damit auch mit Österreich verbunden war, und die sich in einem geeinten Europa erwartet, dass ihre Identität nicht mit den Argumentationen eines unseligen und ewiggestrigen Chauvinismus zerstört wird. 
Wir richten daher an Sie die Frage: Können  sich die Wähler der deutschen und ladinischen Parteien und Bewegungen in Südtirol, die Tiroler Schützen diesseits und jenseits des Brenners und der Südtiroler Heimatbund, die geschlossen die Möglichkeit des Erwerbs auch der Staatsbürgerschaft ihres alten Vaterlandes anstreben, eine Revision dieser Entscheidung des anonymen Postbeamten "MS" in Wien durch die Politik und ein Wort des Bedauerns über diesen Vorfall erwarten?
 
Mit vorzüglicher Hochachtung!
 
Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes
 
In Anlage die Entwürfe für die Briefmarke zur doppelten Staatsbürgerschaft sowie die italienischen Briefmarken zur Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft durch das italienische Parlament 
 
Adresse:
Südtiroler Heimatbund
ZH. An den Obmann Roland Lang
Greifensteiner Weg 12
39018 Terlan
SÜD- TIROL

 

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