SHB erklärt sich mit den Tiroler Schützen solidarisch

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„Tradition darf nicht unter Generalverdacht geraten – vollständige Aufklärung und Augenmaß gefordert“

Der Südtiroler Heimatbund (SHB) verfolgt mit Aufmerksamkeit die Berichterstattung über die Kontrolle eines Reisebusses mit Tiroler Schützen durch die deutsche Bundespolizei bei Bad Reichenhall. Laut Medienberichten wurden auf der Rückfahrt von einem Priesterjubiläum in Salzburg 34 Karabiner sichergestellt, nachdem die Beamten die ordnungsgemäße Mitführung der erforderlichen waffenrechtlichen Dokumente beanstandet hatten.

Der SHB spricht den betroffenen Tiroler Schützen seine Solidarität aus und fordert eine sachliche und differenzierte Beurteilung des Vorfalls. „Sollte es Versäumnisse bei der Einhaltung der geltenden Bestimmungen gegeben haben, sind diese selbstverständlich nach den gesetzlichen Vorschriften zu klären. Ebenso muss jedoch verhindert werden, dass aus einem einzelnen Vorfall eine pauschale Verurteilung des gesamten Tiroler Schützenwesens erfolgt“, erklärt Obmann Roland Lang.

Die Tiroler Schützen sind seit Jahrhunderten ein wesentlicher Bestandteil der Tiroler Geschichte und Identität. Sie pflegen das Brauchtum, bewahren historische Traditionen und engagieren sich in zahlreichen gesellschaftlichen, kirchlichen und kulturellen Bereichen. Gerade im historischen Tirol gehören grenzüberschreitende Begegnungen und gemeinsame Ausrückungen seit Jahrzehnten zum gelebten Miteinander.

„Nach den Stellungnahmen des Bundes der Tiroler Schützenkompanien besteht seit dem Jahr 2004 ein eigenes Abkommen über den grenzüberschreitenden Transport von Schützenwaffen zwischen Österreich und Deutschland. Der Vorfall wird derzeit von den zuständigen Stellen geprüft. Gleichzeitig hat der Bund der Tiroler Schützenkompanien angekündigt, die Information über die geltenden Sicherheits- und Rechtsvorschriften weiter zu verstärken“, weiß Lang.

Der SHB erinnert daran, dass die Tiroler Schützen weit mehr seien als eine historische Traditionsvereinigung. Sie seien Träger des kulturellen Erbes Tirols und engagierten sich bei kirchlichen Festen, Gedenkveranstaltungen sowie zahlreichen kulturellen Anlässen im gesamten historischen Tirol. Gerade in einer Zeit zunehmender Entwurzelung seien Institutionen wie die Schützen unverzichtbare Träger von Geschichte, Verantwortung und Zusammenhalt.

Der Südtiroler Heimatbund spricht sich für eine rasche und transparente Aufklärung des Vorfalls aus. „Gleichzeitig appelliert wir an die Politik und die Behörden in Österreich und Deutschland, die Besonderheiten traditionsgebundener Schützenvereinigungen angemessen zu berücksichtigen und bestehende Regelungen gegebenenfalls gemeinsam zu überprüfen, damit historische Brauchtumspflege und Rechtssicherheit gleichermaßen gewährleistet bleiben“, schließt Lang.

Der SHB bedankt sich beim Bund der Tiroler Schützenkompanien für seine rasche und sachliche Information der Öffentlichkeit und ist überzeugt, dass die laufenden Ermittlungen zur vollständigen Klärung des Sachverhalts beitragen werden. Für uns steht fest, dass Tradition, Rechtsstaatlichkeit und grenzüberschreitende Zusammenarbeit keine Widersprüche sind. Im Gegenteil: Sie bilden die Basis eines lebendigen historischen Tirols, dessen kulturelles Erbe auch künftig bewahrt werden muss.

Für den Südtiroler Heimatbund

Obmann Roland Lang

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