SHB: Grenzkontrollen innerhalb Tirols sind ein falscher Weg

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Mit Verwunderung und schärfster Ablehnung vernahm der Südtiroler Heimatbund die Aussage des Tiroler Landeshauptmanns Günther Platter, das Schengener Abkommen in naher Zukunft auszusetzen, um dem Flüchtlingsstrom zu entgehen, so SHB-Obmann Roland Lang.

„Sollte sich der Flüchtlingsstrom nach Italien verlagern, muss man über diese Maßnahme diskutieren“, so Platter am letzten Freitag, „und auch in Sillian und am Reschenpass müsse man bei einer Verlagerung Grenzkontrollen einführen.“

Wurden 1998 unter Pauken und Trompeten die Grenzbalken feierlich entfernt und Tirol einer Einheit etwas nähergebracht, werden die Unrechtsgrenze nun wiederaufgebaut und in einem „vereinten Europa mit durchlässigen Grenzen“ wieder installiert, so der SHB.

Zudem muss man sich die Frage stellen, ob Platter im Alleingang diesen Weg geht oder ob er seinen Südtiroler Amtskollegen informiert hat. Sollte letzteres der Fall sein, wäre eine Stellungnahme Kompatschers auch mehr als nur notwendig. Ist das Erste der Fall, muss die Frage beantwortet werden, was Platter mit dem egoistisch, anti-tirolerischen Gedanken bezwecken will.

Die Südtiroler Volkspartei spricht von einer nicht mehr vorhandenen und wahrnehmbaren Grenze. So wurde die Bevölkerung jahr(zehnte)lang hingehalten. Unabhängigkeitsbefürworter wurden als Ewiggestrige scharf kritisiert. Nun zieht der Nordtiroler Landeshauptmann eine Grenze, die führende Südtiroler Politik scheint sich nur mit dem Autonomiekonvent zu befassen und merkt nicht, dass Platters Vorgehensweise eine Zementierung in den italienischen Staatsverband mit sich bringen wird.

Der Südtiroler Heimatbund weiß, dass man Österreich bzw. Tirol nicht mit der Flüchtlingsfrage alleine lassen darf und begrüßt einen offenen Dialog zur ansatzweisen Lösung – und zwar im menschlichen Sinn. Auch wenn die Unrechtsgrenze trotz Durchlässigkeit bestand, war sie für uns Tiroler diesseits und jenseits der Grenze zumindest nicht so spürbar. Die Wiedereinführung von Grenzkontrollen innerhalb Tirols ist aber sicher der falsche Weg, schließt Lang.

Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

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