Streit um Mameli-Hymne unnötig – Italien hat gar keine „Nationalhymne“

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Als gänzlich unnötig bezeichnet der Südtiroler Heimatbund den Streit um das Abspielen der italienischen Nationalhymne beim Treffen der beiden Staatsoberhäupter in Meran. Da das demokratische Italien keine mit Gesetz eingeführte Nationalhymne hat, sollte die Europahymne gespielt werden. Diese ist vorwärtsgewandt und zeitgemäß, so Obmann Roland Lang.

Das „Mameli Lied“ ist nie nach der Ausrufung der Republik gesetzlich zur Staatshymne erhoben worden! Diese Tatsache wird auch dadurch untermauert, dass im August 2016 der damalige Ministerpräsident Renzi und sein Partito Democratico Anstrengungen unternahmen, das Mameli-Lied zur Hymne zu erklären.

Der blutrünstige Text dieses 1847 gedichteten Kriegsliedes gegen Österreich ist nur zeitbezogen aus der damaligen Kampfbegeisterung seines Dichters Goffredo Mameli erklärbar. Der schwülstige Kampfgesang ist in Wahrheit bis heute nie mit Gesetz zur italienische Staatshymne erklärt worden.

Während der Zeit der italienischen Monarchie war der „Königliche Marsch“ („Marcia Reale“) offizielle Staatshymne. Da diese Nationalhymne nie abgeschafft wurde, wäre wenn schon eigentlich sie die offizielle Hymne.

Wenn sich Südtiroler Politiker dazu berufen fühlen, bei einem Staatsempfang im 21. Jahrhundert auf das Abspielen eines heute lächerlich anmutenden Kriegsliedes gegen Österreich zu bestehen, so ist dies nur billige Anbiederei an Rom.

Der Landeshauptmann täte gut daran, seinen Freund Renzi zu fragen, warum dieser im vergangenen Jahr Anstrengungen unternommen hat, das Mameli-Lied als italienische Nationalhymne einzuführen.

Der Südtiroler Heimatbund ist jedenfalls überzeugt davon, dass die meisten Italiener keine Freude an einer Nationalhymne hätten, in welchem es heißt, dass der „österreichische Adler“ das „Blut Italiens“ getrunken, dabei „seine Federn verloren“ und „sein Herz verbrannt“ habe.

Das Lied „Azzurro“ von Adriano Celentano, mit dem der italienische Ministerpräsident Renzi beim G7 Gipfel im Juni 2015 empfangen wurde, wäre als italienische Hymne viel angebrachter. Auch „Va pensiero`“ von Giuseppe Verdi würde laut Umfragen vielen Italienern als ihre Hymne gefallen.

In einem geeinten Europa sollten engstirnige Kampflieder. welche Feindschaft gegen Nachbarn verherrlichen, aber endlich überholt sein und keinesfalls als „Nationalhymnen“ missbraucht werden, schließt Roland Lang.

Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

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