Südtiroler Heimatbund „Gemischte Kindergärten“ sind keine Lösung!

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In den letzten Tagen hat der Landesbeirates der Eltern wieder auf eine alte Umfrage verwiesen, um CLIL, Immersion und Italienischunterricht in den deutschen Kindergärten zu fordern. Bei genauerer Prüfung ergibt sich aber nur das Ergebnis, dass viele Eltern mit dem derzeitigen Italienischunterricht unzufrieden sind und dass die derzeitig angewandte Unterrichtsmethode im Italienischunterricht nicht die gewünschten Ergebnisse bringt. Keinesfalls wird die Anwendung von CLIL, andere Sonderprojekten oder gar die gemischte Schule gewünscht, sondern ein guter Fremdsprachenunterricht.

Der Südtiroler Heimatbund weist darauf hin, dass sogenannte „gemischte Kindergärten“ oder „gemischte Schulen“ bzw. das CLIL-System keine Lösung für das Spracherlernen sind. Im Gegenteil: Die Ansicht, dass Kleinkinder automatisch eine andere Sprache erlernen können, ist in der Sprachwissenschaft widerlegt worden. Letztlich hat auch die Eurac-Studie gezeigt, dass es diese automatische Spracherlernung nicht gibt und in der italienischen Schule auch nicht funktioniert. Trotz einer Vielzahl an Projekten sank die durchschnittliche Kenntnis der deutschen Sprache in der ital. Schule. CLIL hingegen setzt das Beherrschen der Fremdsprache voraus und dient höchstens zur Perfektionierung, nicht zum Erlernen einer Sprache.

In verschiedenen Schulen Südtirols, unter anderem an der Goetheschule in Bozen, wird den Ausländerkindern ein Basisunterricht in ihrer Muttersprache angeboten. Urdu beziehungsweise Arabisch wird angeboten, weil eine bessere muttersprachliche Grundlage den Kindern erlaubt, das Deutsch besser zu erlernen. In der Sprachwissenschaft gilt nämlich der Grundsatz, dass ausgehend von der Muttersprache eine Fremdsprache besser und leichter erlernt werden kann. Die üblichen Propagandisten der „gemischten Schule“ übersehen hier ihren eigenen Widerspruch: einerseits wird die These der automatischen Spracherlernung des Kleinkindes propagiert, aber nur in Bezug auf italienische Kinder. Diese würden „automatisch“ Deutsch erlernen. Andererseits wird dies Ausländerkindern offensichtlich nicht zugetraut, denn für diese wird ein Zusatzunterricht in deren Muttersprache gefordert.

Daher fordert der Heimatbund: Schluss mit der Phantomdiskussion über „gemischte Schulen“ und „gemischten Kindergärten“! Die Fehler, die die italienischen Kindergärten und Schulen machen, sollen nicht von den deutschen kopiert werden!

Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

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Ein Kommentar

  1. Sr. Manuela Drexler OCD. on

    Meine Großfamilie war dreisprachig: Deutsch, Ungarisch und Tschechisch. Da mein Großvater mütterlicherseits Böhme war, wurde in der Familie meiner Mutter nur Böhmisch gesprochen. Auch meine Großmutter, eine Slovakin, musste so sprechen. Meine Eltern sprachen mit uns Kindern nur Hochdeutsch und achteten auf gepflegten Stil. Als meine Mutter im Alter einem echten Tschechen begegnete, war sie hoch erfreut, einmal wieder mit jemand Tschechisch zu reden. Da sagte der Tscheche zu ihr: „Sie sprechen ein Tschechisch mit slovakischem Akzent!“
    Da sieht man die Macht der Muttersprache!

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