Wahl des Landtagspräsidenten – Heimatbund schreibt SVP-Abgeordnete an

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martiri_invisibili.jpgIn einem offenen Brief an alle Landtagsabgeordneten der SVP fordert der Südtiroler Heimatbund (SHB) von den Mandataren, sich dafür einzusetzen, dass Landtagspräsident Mauro Minniti die im seinen Buch „Martiri Invisibili“ aufgestellten Behauptungen widerruft, dass Südtiroler politische Häftlinge nicht gefoltert wurden und sich die Verletzungen selbst zugefügt hätten!

Mit diesen Aussagen hat Minniti in seinem Buch „Martiri Invisibili“, so
der Obmann des Südtiroler Heimatbundes, „das gesamte Südtiroler Volk vor
den Kopf gestoßen und er hat all jene Persönlichkeiten, darunter viele
Ihrer Kollegen, welche die von den Carabinieri ausgeführten Folterungen
verurteilt haben, beleidigt. Er hat sie damit nämlich als Dummköpfe,
welche Lügen aufgesessen sind, hingestellt oder sogar selbst der Lüge
bezichtigt.“

„Deshalb ersuche ich Sie auch, dahingehend auf Herrn Landtagspräsidenten
Minniti einzuwirken, dass er öffentlich die von den Carabinieri an den
Südtiroler Häftlingen verübten Folterungen verurteilt und gegenüber den
noch lebenden Folteropfern sein Bedauern ausspricht.“, so im Text des
Briefes weiter! 

Den Brief unterfertigt der Obmann „Namens einer Reihe ehemaliger in den
60er Jahren von den Carabinieri gefolterter Südtiroler Häftlinge!“ 

Roland Lang 
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

Sehr geehrte(r) Frau(Herr) Landtagsabgeordnete(r) …,

der von der Mehrzahl Ihrer Kollegen gewählte Landtagspräsident Mauro Minniti hat in seinem Buch “Martiri Invisibili-Gli anni del terrorismo in Alto Adige“ abgestritten, dass Südtiroler politische Häftlinge der 60er Jahre von Carabinieri schwer gefoltert wurden. Er hat wahrheitswidrig behauptet, dass sich die Häftlinge die Verletzungen vermutlich selbst zugefügt hätten, um so die Carabinieri zu verleumden. Dadurch hat Minniti die politischen Häftlinge in ihrer Menschenwürde abermals zutiefst verletzt. Er hat das gesamte Südtiroler Volk vor den Kopf gestoßen und er hat all jene Persönlichkeiten, darunter viele Ihrer Kollegen, welche die von den Carabinieri ausgeführten Folterungen verurteilt haben, beleidigt. Er hat sie damit nämlich als Dummköpfe, welche Lügen aufgesessen sind, hingestellt oder sogar selbst der Lüge bezichtigt.
Daher bitte ich Sie dringend, in Hinblick auf die nunmehr durch diese Wahl neuerlich zutiefst verletzten Gefühle der damals Gefolterten und ihrer Angehörigen, im Landtag von Herrn Minniti einen Widerruf seiner damals getätigten Äußerungen verlangen. Keiner der damals Gefolterten hat jemals eine Entschädigung für die erlittenen Qualen und Gesundheitsschäden erhalten. Keine italienische Regierung hat je ihr Bedauern in Hinblick auf die verübten Untaten ihrer Staatsorgane ausgesprochen. Deshalb ersuche ich Sie auch, dahingehend auf Herrn Landtagspräsidenten Minniti einzuwirken, dass er öffentlich die von den Carabinieri an den Südtiroler Häftlingen verübten Folterungen verurteilt und gegenüber den noch lebenden Folteropfern sein Bedauern ausspricht.

Dabei möge er sich an deutschen Politikern aber auch bei der britischen Königin Elisabeth II, die sich für die grausamen Taten der Streitkräfte und Sicherheitsorgane ihrer Länder entschuldigt und sich deshalb vor den Opfern derselben verneigt haben, ein Beispiel nehmen. So kann Minniti dazu beitragen, den seinerzeitigen Folteropfern zumindest eine kleine, wenn auch sehr späte, Genugtuung zu geben und dazu beitragen, die Spannungen zwischen unseren Volksgruppen zu mindern.

Namens einer Reihe ehemaliger in den 60er Jahren von den Carabinieri gefolterter Südtiroler Häftlinge

Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes

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