Der FC Südtirol sorgt mit der Veröffentlichung seines neuesten Spieltrikots für Kritik. Auf dem Rücken des Trikots prangt als Sponsor der italienische Name „Racines-Giovo“ – der historische deutsche Name „Ratschings-Jaufen“ wird komplett ignoriert. Für den Südtiroler Heimatbund (SHB) ist dies ein unentschuldbarer Kniefall vor der Missachtung unserer Muttersprache und der Toponomastik.
Mit Verwunderung reagiert der SHB auf das Design der neuen Ausweichkleidung des Proficlubs. Während das „Dachmarken-Logo“ Südtirol auf der Vorderseite noch Alibi-Zwecken dient, zeigt der beste lokale Fußballverein (Serie B) auf der Rückseite sein wahres, rein italienischsprachiges Gesicht. Auf dem Trikotrücken ist ausschließlich der vom faschistischen Ettore Tolomei erfundene Name „Racines-Giovo“ zu lesen.
„Es ist ein unerträglicher Zustand, dass ein Verein, der sich gerne als sportliches Aushängeschild des gesamten Landes feiern lässt, die deutsche Muttersprache der Mehrheitsbevölkerung einfach vom Trikot radiert“, betont SHB-Obmann Roland Lang.
„Geld regiert die Welt – und beim FC Südtirol ist von Heimatliebe und Minderheitenschutz nichts zu sehen!“
Brisant: Der Sponsor ist eine heimische Tourismusregion. Dass ausgerechnet eine Tourismusgenossenschaft im eigenen Land im Jahr 2026 den rein italienischen Namen forciert und die deutsche Bezeichnung geflissentlich ignoriert, schlägt dem Fass den Boden aus und manövriert sich, im Fußballjargon zu bleiben, ins sprichwörtliche Abseits.
Für den SHB reiht sich dieser Vorfall in eine gefährliche Entwicklung ein, in der wirtschaftliche Interessen die Südtiroler Identität und die sprachlichen Rechte zunehmend aushöhlen und wie ein Lederball mit Füßen getreten werden.
„Wenn Sponsoren und Vereine glauben, sie müssten sich aus reiner Bequemlichkeit oder (vermeintlich) besserer Vermarktbarkeit sprachlich assimilieren, dann betreiben sie den Ausverkauf unserer Kultur“, warnt Roland Lang.
„Wir fordern die Vereinsführung des FC Südtirol und die Verantwortlichen der Tourismusregion auf, dieses Trikot umgehend zu korrigieren. Auf ein Südtiroler Trikot gehören verdammt noch mal die Südtiroler Namen – und der heißt in diesem Fall (auch ohne Videobeweis) auf Deutsch: Ratschings-Jaufen!“
Der Südtiroler Heimatbund, so Obmann Lang, wird nicht tatenlos zusehen, wie die mühsam erkämpften Sprachrechte auf dem Altar des Fußballsponsorings geopfert werden. Denn so ein Verhalten ist nicht wie der Verein zweit-, sondern letztklassig.
Roland Lang
Obmann des Südtiroler Heimatbundes